Der Mai ist gekommen und nach sieben Wochen Corona-Quarantäne liegt das Virus CoVid-19  immer noch bleiernschwer auf weiten Teilen des öffentlichen Lebens. Da tut es gut, wenn der Frühling frisches Grün vor die Augen stellt und an den Ohren eine beschwingte Melodie vorbeizieht.

Deswegen haben sich am vergangenen Sonntag auf Anregung des Volksmusikerbundes NRW tausende Musikerinnen und Musiker ans Fenster, auf Balkone, Terrassen und Plätze gestellt und um 18 Uhr gemeinsam die Botschaft hinausposaunt: „Der Mai ist gekommen…!“ Dieses Lied von Justus Wilhelm Lyra nach einem Gedicht von Emanuel Geibel hat alles, was das Herz in diesen Zeiten begehrt und ein wenig erleichtert.

Wieder mit dabei waren in Bödexen die Mitglieder des Weserbergland-Orchesters und des Spielmannszuges, die schon vor sieben Wochen dem Aufruf des Volksmusikerbundes gefolgt waren und sorgfältig auf Abstand achtend den vierten Satz aus der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven intonierten – besser bekannt als „Ode an die Freude“ nach einem Gedicht von Friedrich Schiller.

Der Volksmusikerbund NRW hat die Aktion am 3. Mai 2020 vorläufig beendet, viele wollen aber weitermachen. Vielleicht erklingt demnächst passend zur Corona-Pandemie „Wir lagen vor Madagaskar“ oder optimistischer „Morning Has broken“. Machen Sie die Fenster auf und lauschen Sie hinaus – sonntags um 18 Uhr.

G.W.H.