„Eine schöne Glocke, ein schöner sauberer Ton und ein solider Glockenstuhl im guten Zustand.“ Gernot Dürr, Geschäftsführender Gesellschafter eines Fachbetriebs für Turmuhren und Glocken aus Rothenburg ob der Tauber, ist begeistert. Bei einem Inspektionsbesuch im Turm der Kriegerkapelle ist es lediglich der Klöppel, den er genau unter die Lupe nimmt. Anschlagspuren am Innenrand deuten auf unregelmäßiges Schwingen hin. „Der ist zwar original, aber heute wissen wir mehr als der Schmied vor ein paar hundert Jahren. Man könnte zwar die Aufhängung um 90 ° drehen, aber auch das ist nicht ohne Risiko. Die Spannungen, die sich im Laufe der Zeit aufgebaut haben, können die Glocke reißen lassen, wenn an anderer Stelle neue entstehen.“ So lautet seine Empfehlung: Ein neuer Klöppel mit einer verbesserten Aufhängung könnte der unter Denkmalschutz stehenden Sank-Stephanus-Glocke gut tun. „Und der ‚Kälberstrick‘ sollte durch ein neues Hanfseil ersetzt werden“.

Dürr wird der Stadt Höxter ein Angebot für die Restaurierung machen. Dann wird man weitersehen. Für den Frieden in Europa und der Welt kann die Glocke am 21. September 2019 auf jeden Fall unbedenklich 15 Minuten lang von Mia und Tamina geläutet werden.

Wer will, kann bei der Gelegenheit einen Blick auf das ansonsten verborgene Juwel werfen.

G.W.H.